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Stilisierte Illustration von Frauen

Fokussiert auf Sachsen findet momentan eine größere Erhebung zu häuslicher Gewalt, sexualisierter Gewalt und Stalking statt. Wichtig ist eine möglichst gute und breite Teilnahme von Mädchen* und Frauen* aus Sachsen, um belastbare Erkenntnisse zu „Gewaltspiralen“ in Beziehungen zu erhalten und Ableitungen für möglichst gute Interventionsmöglichkeiten treffen zu können.

Teilnehmen können weibliche Erwachsene ab 16 Jahren, die in Sachsen leben. Das Ausfüllen dauert zwischen 15 und 45 Minuten.

Einladung

Programm zum Fachtag des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt und Stalking
am 01.07.2022 von 9:00 bis 14:00 Uhr.

Frau im Scheinwerferlicht


Der Fachtag findet in Kooperation mit der Stadt Borna statt.

Wo?Bürgerhaus „Goldener Stern“ – Markt 11 – 04552 Borna
Teilnahmekosten:10 Euro (vor Ort zu bezahlen)
9:00 Ankommen
09:30 – 09:45 Begrüßung durch Konstanze Morgenroth
Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig
09:45 – 10:15 Auswirkungen gewaltvoller Erfahrungen auf das Bindungsverhalten
Nadja Mahn und Sylvia K. Will, Wegweiser e.V.,
Familien- und Erziehungsberatungsstelle, Böhlen/Markkleeberg/Engelsdorf
10:15 – 10:30 Austausch
10:30 – 10:45 kurze Pause
10:45 – 11:15 Täterprofile und Täterstrategien in Fällen häuslicher Gewalt – Fallstricke für die Praxis
Wolfram Palme, Triade GbR, Beratungsstelle zur täterorientierten Anti-Gewaltarbeit in Markleeberg / Leipzig
11:15 – 11:30 Austausch
11:30 – 12:00 „Sie bestimmen, worum es hier gehen soll.“ – Grundlagen in der traumasensiblen Beratung.
Helen Siebner, Beraterin für Betroffene von sexualisierter Gewalt und Vergewaltigung, Bellis e.V., Opferschutz und Gewaltprävention, Leipzig
12:00 – 12:15 Austausch
12:15 – 13:00 Snackpause (nur Kleinigkeiten)
13:00 – 13:30 Doppelt und Dreifach – die Mehrbelastung geflüchteter Frauen als Betroffene häuslicher Gewalt anhand ausgewählter Beispiele.
Eva-Maria Hoffmann & Helene Tornau, Schutzhaus S.H.E., Frauen für Frauen e.V., Leipzig
13:30 – 13:45 Austausch
13:45 – 14:00 Verabschiedung

Aufgrund von Corona setzen wir die 3-G-Regeln um. Dementsprechend bringen Sie bitte einen Nachweis darüber, dass Sie geimpft, genesen oder getestet (Test max. 24h alt) sind. Um die Sicherheit aller zu erhöhen würden wir es begrüßen wenn auch geimpfte Personen einen Schnelltest vor der Veranstaltung machen. Dies ist eine freiwillige Maßnahme und wir verlangen darüber keinen Nachweis. Bitte halten Sie mindestens 1,5 m Abstand zu anderen Personen. Wir sorgen für Möglichkeiten sich die Hände zu desinfizieren.

Ein Kommentar von Kerstin Kupfer. Sie ist Vorstandsvorsitzende im Wegweiser e. V. und Fachgruppenleiterin für den Bereich Gewaltschutz.

 

Frau vor Plakatwand

Ein herzliches Dankeschön für diesen großen Zuspruch und die unglaubliche Wertschätzung unserer täglichen Arbeit im Fachbereich Gewaltschutz. Das war ein Gewinn, der nicht in Zahlen zu messen ist und der mein Herz berührt hat. Das ist ein echter Mutmacher!

Was hat diese Spendenaktion in mir gerührt?

Wie oft waren wir zum Thema im Landkreis und in Sachsen unterwegs und stießen auf Unglauben, hämisches Schmunzeln, Bagatellisierungen und Ignoranz, weil viele nicht sehen wollten, was immer offensichtlicher wurde und noch heute ist. Immer wieder ging es in Gesprächen mit Politiker*innen und kommunalen Entscheidungsträger*innen um Rechtfertigung und die Daseinsberechtigung unserer Angebote, die sich nicht allein auf die Auslastung der vorhandenen Schutzeinrichtungen reduzieren lässt. Jeden Tag werden Frauen, ihre Kinder und einige Männer in ihrem Zuhause geschlagen, beleidigt, kontrolliert und gedemütigt. 

Wir standen oft genug in einer kleinen Runde von Frauen ziemlich verloren auf den Marktplätzen und an Fahnenstangen im Landkreis. Wir wollten zeigen, dass es uns und die alltägliche Gewalt Zuhause, vor allem gegen Frauen gibt. Die Menschen zogen schnell an uns vorbei, warfen schambesetzte Seitenblicke in unsere Richtung. Wenige blieben stehen und kamen mit uns ins Gespräch. Wir trugen es mit Galgenhumor und hielten uns aneinander und an unseren Überzeugungen fest. Wir stehen und standen für diejenigen, die keine Stimme haben, weil es gefährlich ist und sie mit dem Überleben, der Angst und Abhängigkeiten zu kämpfen haben.

Heute weiß ich, dass sich jede Mühe und unsere Arbeit lohnt und einen großen Sinn ergibt und ich bin dankbar für die Begegnungen mit allen Menschen, die nicht wegschauen, die mit anpacken und unsere Arbeit mit dem unterstützen, was ihnen möglich ist. Das macht mich zuversichtlich auf alle Herausforderungen der Zukunft. Eine der Größten wird unser Projekt „Land in Sicht –  Schutz- und Beratungszentrum für Frauen* und Kinder bei häuslicher und sexueller Gewalt im Landkreis Leipzig“ auf dessen Bewilligung wir seit Oktober 2021 sehnsüchtig warten.

kleiner Weihnachtsbaum mit Kissen als Geschenk verpackt

Ein großer Dank gilt der Kirchgemeinde Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Groitzsch, die den Kindern aus dem Frauenhaus ein strahlendes Lächeln auf die Lippen gezaubert hat. Den Kindern wurden selbstgenähte Kissen im Tierlook geschenkt, eine besonders kuschlige Überraschung für das neue Kinderzimmer nach dem Auszug aus der Schutzeinrichtung. Schnell war klar, wer am liebsten einen Fuchs, einen Bären oder eine Eule als neues Kissen haben möchte: „Ohhh ich möchte die Eule!“, „Ich will unbedingt den Waschbären“ oder auch ein zielgerichteter Griff nach dem passenden Tier und schon war’s klar!

Es bleibt das Gefühl, nicht vergessen zu werden und das ist für Kinder in Krisensituation mit vielen Umbrüchen sehr wichtig.

Damit hat die LVZ den Umzug des neuen Frauen- und Kinderschutzhauses maßgeblich unterstützt. Bis in den Januar hinein wurden für uns Spenden gesammelt. Wir sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme, die die Bürger*innen hier im Landkreis aufgebracht haben und sich so für gewaltbetroffene Frauen* engagieren. Über 25.000 € sind für unser Projekt durch die Spenden-Aktion reingekommen. Wir danken den Spender*innen sehr.

Portait von Claudia Carell

Dankbar sind wir auch ganz besonders der LVZ-Journalistin Claudia Carell, die sich schon über viele Jahre immer wieder für die Arbeit unseres Vereins interessiert, besonders für die Belange gewaltbetroffener Frauen. Sie hat uns als Projekt vorgeschlagen und die journalistische Arbeit geleistet.

Zeitungsausschnitte liegen

Der erste seitenfüllende Artikel der Spendenaktion erschien am 27. November. Claudia Carell hat dafür eine unserer Bewohnerinnen im Frauen- und Kinderschutzhaus besucht und über ihre ganz persönliche Leidensgeschichte geschrieben. Sahra1 berichtet von der Situation, als ihr Mann Gegenstände durch die Wohnung warf und eine Tür zerstörte. Sie rief die Notrufnummer an und bekam so Kontakt zu unserer Beratungsstelle. Vier Monate lang bekam sie Unterstützung und ein offenes Ohr bis sie sich entschied, in einer Nacht- und Nebelaktion das Haus mit ihrer Tochter zu verlassen. Claudia Carell beschreibt Sahra als eine zarte junge Frau, der es schwer fällt über ihre Geschichte zusprechen. Trotzdem öffnet sie sich und erzählt gegenüber der Journalistin ihren Leidensweg.   

In dem Artikel vom 01.12.2021 berichtet sie im Interview mit der Familienrechtlerin Susanne Helweg über die Herausforderungen für Frauen, aus dem Gewaltstrudel auszusteigen und Hilfe zu suchen. Susanne Helweg kennt viele Leidensgeschichten und spricht mit Claudia Carell im Interview auch über Männer, die Gewalt erlebt haben. Sie ist langjähriges Mitglied im Netzwerk gegen häusliche Gewalt und Stalking in der Stadt Leipzig und unterstützt sowohl Netzwerkarbeit und Klientinnen im Landkreis.  

Insgesamt sind in der LVZ acht oft vollseitige Artikel im Dezember erschienen, die im weitesten Sinne das Thema Häusliche Gewalt, Opfer- und Täterarbeit, Justizarbeit im Spektrum häuslicher Gewalt und Stalking, Einzelschicksale und unsere Vereinsarbeit im Gewaltschutzhilfesystem benennen und beleuchten. Das ist eine öffentliche Medienpräsenz, die es in diesem Maße im Landkreis Leipzig noch nie gegeben hat. Lange galt das Thema als Tabu-Thema und wurde meinst als Privatsache abgetan. Wir danken der LVZ und vor allem Claudia Carell, dass sie neben dem Spendenerfolg auch zur Enttaburisierung der Häuslichen Gewalt beigetragen hat und wichtige Information über Schutz- und Beratungsinformationen öffentlich gemacht hat.

 1 Name von der LVZ-Redaktion verändert, hier übernommen.

Die Situation gewaltbetroffener Frauen* im Landkreis Leipzig

Seit Jahren steigt die Zahl der von Gewalt betroffenen Frauen im Landkreis. So werden pro Woche 12 Frauen Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Im letzten Jahr wurden durch die Polizei insgesamt 626 Fälle von häuslicher Gewalt in bestehenden oder ehemaligen Partnerschaften gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 49 Straftaten mehr. Der Wegweiser e. V. als Träger der Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking in Grimma und eines Frauen*- und Kinderschutzhauses bietet im Landkreis Leipzig Schutz, Unterstützung und Beratung. Seit Beginn des Jahres 2021 gab es insgesamt 223 Beratungsfälle aufgrund häuslicher Gewalt oder/und Stalking. Im Frauen*- und Kinderschutzhaus wurden im gleichen Zeitraum 25 Frauen* und 24 Kinder aufgenommen und 34 Personen abgewiesen, weil es zu wenig bzw. keine bedarfsgerechten Plätze gab.
„Die Frauen kommen von überall her,“ sagt Kerstin Kupfer, Leiterin des Gewaltschutz-Hilfesystems im Wegweiser e. V. und Mitglied des Vorstandes des neu gegründeten Vereins „LAG Gewaltfreies Zuhause Sachsen e. V.“ „die Dunkelziffer ist weitaus höher und nur wenige Frauen finden überhaupt den Weg in unser Schutzhaus, weil es an Aufklärung und Informationen fehlt. Viele suchen Zuflucht bei Freunden oder Familienmitgliedern.“. Zwischen Leipzig und Chemnitz sind die Beratungs-  und Schutzangebote gegen häusliche Gewalt und Stalking einzigartig im Landkreis und die Bekanntheit solcher Beratungsmöglichkeiten im ländlichen Raum sind nicht ausreichend kommuniziert.

Fahnenaktion in Borna

Gestern, um 12:45 Uhr wurde, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, vor dem Rathaus in Borna und vor dem Landratsamt die Fahne, der von Terre de Femmes initiierten, bundesweiten Aktion, „Frei leben – ohne Gewalt“ gehisst. Die Gleichstellungsbeauftragte Konstanze Morgenroth und die 2. Beigeordnete des Landkreises Leipzig Ines Lüpfert ließen die Fahne aufziehen. Vom Wegweiser e. V. waren Kerstin Kupfer und zwei Mitarbeiterinnen aus dem Gewaltschutzteam, deren Namen wir an dieser Stelle, aufgrund der Gefahrenprävention nicht nennen dürfen, anwesend.

Vier Frauen hissen eine blaue Fahne

Von links: Konstanze Morgenroth, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Kerstin Kupfer, Wegweiser e. V., Ines Lüpfert, Beigeordnete des Landkreises Leipzig, N.N. Mitarbeiterin der Beratungstelle im Wegweiser e. V.

Kampagne der „LAG Gewaltfreies Zuhause“


Aufklärungsarbeit und Sensibilisierung der Öffentlichkeit sind wichtige Maßnahmen zum Schutz und zur Bewusstmachung von häuslicher Gewalt. Nur durch dauerhaften Präsenz des Themas in der Öffentlichkeit kann die Dunkelziffer minimiert werden und mehr Frauen dazu bewegt werden, die Hilfeangebote wahrzunehmen. Hier müssen zukünftig Investitionen seitens des Landes und auch der Kommune getätigt werden, um die Hilfeangebote bekannt zu machen. Ein erster Schritt ist die Kampagne der LAG Gewaltfreies Zuhause.
Seit 12.11.2021 findet erstmals im ländlichen Raum eine Kampagne statt, die mit über 200 Großflächenplakaten gemeinsam mit dem Werbeunternehmen Ströer sachsenweit auf das Hilfesystem in Sachsen aufmerksam macht. Die Kampagne soll Bewusstsein schaffen, dass Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. Die LAG ruft alle Hilfesysteme Sachsens auf, sich mit den Hashtags #GewaltfreiesZuhause an der Kampagne zu beteiligen.

Werbekampagnen sind kostenintensiv, dass sie von den Trägervereinen der Schutzeinrichtungen nicht finanziert werden können. Ein erster Schritt ist mit der Förderung dieser Kampagne. Wir wünschen uns dauerhafte und nachhaltige Investitionen in die Öffentlichkeitsarbeit des Gewaltschutz-Hilfesystems im Landkreis Leipzig.

Plakat mit einer Frau und dem Satz: es war ein Schlag

Kampagnenbild LAG Gewaltfreies zu Hause e. V.

Der Umzug des Frauen- und Kinderschutzhauses

Neben diesen Aktionen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, möchten wir mitteilen, dass wir einen nennenswerten Schritt hin zu einem neuen Frauen*- und Kinderschutzhauses geschafft haben.


Weiterführende Informationen:
https://wegweiser-boehlen.de/land-in-sicht/

https://wegweiser-boehlen.de/spenden/aktuelle-spendenaktion/

 

 

Am Donnerstag, den 14.10. haben wir den Kaufvertrag für die neue Immobilie mit dem Landkreis Leipzig unterschrieben. Damit haben wir einen großen Schritt zur Realisierung des Immobilien-Projektes „Land in Sicht“ gemacht. Die neuen Perspektiven, die sich im Bereich Gewaltschutzhilfesystem vor allem für unsere Bewohner*innen, aber auch für unsere Kolleg*innen in der Betreuung und Beratung ergeben, sind äußerst zukunftssicher und ergänzen die bisherigen Angebote.

Am 8.10.2021 wurde der von uns erstellte Förderantrag in 4-facher Ausführung an die Bewilligungsbehörden in Köln und Dresden geschickt. Die Antragshöhe, die für die Beschaffung, Sanierung und die Ausstattung der Immobilie im Raum steht, beträgt ca. 1,3 Millionen Euro. Das ist eine Größenordnung, von der wir nie gedacht hätten, dass wir jemals in diesen Dimensionen Anträge beim Bund stellen können. Der Förderantrags wird voraussichtlich zu 90% durch Bundesmittel gedeckt.

Für uns als kleiner lokaler Verein, mit ausschließlich Fachpersonal im Bereich Soziale Arbeit und Verwaltung, wäre diese Antragstellung unmöglich gewesen, wenn wir nicht engagierte Unterstützer*innen gefunden hätten. Das Architektur-Büro schwarzFORMat begleitet den Prozess schon seit Juni 2020 und lotst uns geduldig und fachkompetent durch den Antragsdschungel. Außerdem spüren wir seitens der Behörden echten Willen, das Projekt umsetzen zu wollen. Die Bundesservicestelle „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben des Bundes reagiert zugewandt und konstruktiv. Auch die Bank für Sozialwirtschaft unterstützt uns maßgeblich in der Vorfinanzierung.

Besonders schwierig war, dass für den Bereich der Schutzeinrichtungen wenig passgenaue rechtliche Grundlagen im Rahmen von Baurechtsverordnungen existieren und entsprechende Formulare schlichtweg nicht vorhanden bzw. nutzbar waren. Im Zuge der Antragstellung brauchte es ständig neue kreative Lösungen, deren Richtigkeit sich erst im Verlauf der Antragsprüfung herausstellen wird. Wir erleben bei allen Beteiligten einen Lernprozess, der hoffentlich anderen freien Trägern zugutekommt.

Wir hoffen in den nächsten Monaten, bestenfalls noch in diesem Jahr, auf den positiven Bescheid des Fördermittelantrags oder eine Rückmeldung der Punkte, die noch nachgearbeitet und präzisiert werden müssen.

Rückblickend müssen wir sagen, dass wir ein solches Antragsprozedere zukünftig nicht ohne zusätzliches Personal realisieren können. Es ist und war bis hierher ein riesen Spagat, diesen Antrag, neben unserem eigentlichen Kerngeschäft, auf den Weg zu bringen. Wir befürchten, dass viele andere Vereine in freier Trägerschaft die Mittel aus dem Bundesinvestitionsprogramm nicht abrufen werden, weil der Antragsprozess zu umfangreich ist. Es braucht Know-How und Kompetenzen, Fachkräfte und Verbündete, die unentgeltlich beraten und unterstützten. Leider konnte auch der anfänglich angefragte Paritätische Wohlfahrtverband, indem wir Mitglied sind, bei konkreten Fragestellungen, Fachkompetenz oder Personal noch nicht unterstützen.

Aber wir sind sehr zuversichtlich und sehen ein riesiges Potential für die Arbeit mit den Frauen* und Kindern. Die Rahmenbedingungen des vorübergehenden Wohnens und unsere Arbeitsbedingungen werden sich wesentlich verbessern. Wir können Menschen aufnehmen, die wir zuvor abweisen mussten, weil die räumlichen Bedingungen im bisherigen Haus nicht vorhanden waren. Wir werden Beratungs- und Ruheräume und mehr Platz für Kinder und Jugendliche haben, wodurch Konflikt- und Problemherde erheblich sinken.
Wir sehen Land!

Schon gewusst, dass Alpakas zur Familie der „Neuweltkamele“ gehören? Gibt es dann auch „Altweltkamele“? Man kann es kaum glauben, aber richtig, es gibt sie! Altweltkamele sind die Kamele mit einem oder zwei Höckern. Neuweltkamele sind mit Christoph Kolumbus in Südamerika entdeckt worden, Altweltkamele hingegen zogen schon lange vorher im alten Orient in Karawanen durch die Wüsten.

Unseren kleinen Weltentdecker*innen des Frauen*- und Kinderschutzhauses ist das jedoch schnuppe, alte Welt oder neue Welt! Wichtig war bei ihrem Sommerausflug das Jetzt und Heute und Idefix, das Alpaka-Baby, war ganz besonders wichtig und der absolute Gipfelstürmer der Outdoor-Exkursion. Mit 10 Alpakas aus Kitzscher zogen die Kids durch die Natur – mal auf dem Rücken der Tiere, mal nebenher, mal hintenan.

Und während die Kinder mit Idefix durch die Prärie streiften, entspannten sich die Mamas bei Ohm- und Shanti-Selfcare-Yoga. Kirsten Bittner, unsere erfahrende Yogalehrerin, versetzte die Frauen* in eine warme, gelockerte und entspannte Stimmung. „Es ist für alle so wichtig, sich vom Alltag im Frauen*- und Kinderschutzhaus und von den Erlebnissen der Vergangenheit zu entspannen und einfach mal raus, weg und woanders zu sein.“

Andrea Meng aus Leipzig, Künstlerin und, wie sie sich selbst gern bezeichnet, Therapistin, beschäftigte sich während des Ausflugs mit den Kids und ihren kreativen Ausdrucksformen. Aus Naturmaterialien entstanden lustige Objekte entlang des Weges. Die bunte Steinschlange könnt Ihr im MitMach-Laden in Borna betrachten. Wäre es doch möglich, die alte Welt zu vergessen und eine Neue zu machen! Wie würden ihre Augen wohl aussehen? Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung der Leipziger Kinderstiftung. Ohne die finanzielle Hilfe wäre der Sommerausflug für die Mamas und ihre Kids aus unserem Frauen*- und Kinderschutzhaus nicht möglich gewesen.