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Kennen Sie den Film „Hidden Figures“? Der Film erzählt die Geschichte von drei Afroamerikanerinnen, die in den frühen Sechzigern bei der NASA arbeiteten. Die Amerikaner wollen den ersten Menschen in die Erdumlaufbahn schicken, bevor die Russen ihr Fähnchen auf den Mond stecken. Die NASA rüstet auf und Johnson, Vaughan und Jackson sind, wie viele andere Frauen damals, „Human Computers“, die von der NASA als Rechenzentrum ausgenutzt werden. Wussten Sie, dass auch die Facharbeiter*innen für Datenverarbeitung in der ehemaligen DDR vermehrt Frauen waren?

Sicherlich fragen Sie sich jetzt, was, um Gottes Willen, dieser Film mit unserem Jahresbericht zu tun hat? Es ist die aller erste Publikation, die über die kleinen alltäglichen Bemühungen und Strapazen und natürlich auch über Erfolge, Fortschritte und das befriedigende Gelingen spricht. Wir – das sind 94 Prozent Frauen und 6 Prozent männliche Kollegen, sprachen in dieser Form 30 Jahre lang nicht darüber, was unsere Arbeit ausmacht. Wir sind auch „Hidden Figures“ – unerkannte Heldinnen, nur ohne das die NASA an unserer Arbeit Interesse hat. Schließlich geht’s hier nicht um die Weltmacht, nicht wahr!?

Anfang der 70er Jahre kommt der erste Personal Computer auf den Markt und die Facharbeiterin für Datenverarbeitung verschwindet langsam von der Bildfläche – Softwareentwickler heißt das neue Berufsbild. War die Branche ungesehen noch in den frühen 60ern weiblich, weil die Arbeit mühsam und strapaziös war – ohne die Hilfe großer Rechenmaschinen, so wurde sie ab den 70er Jahren schnell männlicher, besser bezahlt und angesehener. Mittlerweile ist die Branche durch und durch männlich und verdammt gut bezahlt. Ich frage mich, was wäre, wenn Soziale Arbeit irgendwie luxuriöser, erfolgreicher und komfortabler werden könnte? Wenn wir dicke Firmenwagen hätten, in riesigen lichtdurchfluteten Büros sitzen würden und die 10-köpfige PR-Abteilung wöchentlich irgendwelche Texte mit den Namen unserer Vorstandsfrauen an die Presse schickt? Fliegen wir dann in die Erdumlaufbahn oder interessiert sich die Wirtschaft dann mehr für unsere Arbeit?

Wir wünschen Ihnen viel Freunde mit dem Jahresbericht!